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Der rote Opel Corsa

Stefan Eberhard Buddhismus, Glück, Sinnsuche, Story, Stressmanagement, Taoismus Leave a Comment

Eines Tages wollte sich Karl ein neues Auto kaufen. Er war schon länger auf der Suche und stöberte im Internet nach guten Angeboten. Ein Corsa sollte es sein. Er fand ein paar schöne Modelle und notierte sich die Nummern der Händler. Kurz darauf bekam er Hunger und beschloss seine Suche für einen Moment zu unterbrechen. Er machte sich auf den Weg zum Laden an der Ecke, der nur zwei Straßen weiter unter einem Friseursalon lag.

Als Karl die erste Kreuzung überquerte, fielen ihm vermehrt rote Opel Corsas auf. Zunächst dachte er sich nichts dabei und visierte vom Hunger getrieben sein Ziel an. Kurz vor dem Laden erlangte erneut ein Corsa seine Aufmerksamkeit. Irgend etwas stimmte nicht, dachte er und wunderte sich, warum so viele Autos unterwegs waren, die seinen Wünschen entsprachen.

Beim Laden angekommen, kaufte er alles Nötige für eine schöne Portion Spaghetti ein und stapfte nachdenklich nach Hause. Als er die Nudeln kochte und seine Soße vorbereitete, kam ihm eine Idee. Er rief seinen Freund Günther an, der sich mit allerlei Dingen auskannte und schilderte ihm sein Erlebnis. Dieser erklärte ihm, das sein Karma dafür verantwortlich war. Das Gesetz der Anziehung habe seinen Wünschen entsprochen. Die verschiedenen Wagen kamen zu ihm, weil ihm das Universum etwas sagen wollte. Es müsse die richtige Entscheidung sein, jetzt einen Corsa zu kaufen. Er riet ihm, noch am selben Nachmittag seine Suche fortzusetzen.

Karl dankte Günther für seinen wohlwollenden Rat und plante nach dem Essen einen Autohändler in seiner Nähe anzurufen. Die Nudeln schmeckten vorzüglich, der Abwasch war gemacht und gerade als Karl das Telefon in die Hand nehmen wollte, klingelte es lautstark. Er erschrak und nahm etwas verdutzt ab. Es war sein Bruder Klaus, der ihn fragte, wie es ihm ginge und ob er Erfolg bei der Autosuche gehabt hatte.

Karl erzählte seinem Bruder die Geschichte von der Anziehung und war gespannt, wie wohl seine Reaktion ausfallen würde. Klaus war ein rational denkender Mensch und der Esoterik im Allgemeinen eher abgeneigt. Zu seiner Überraschung, konnte Klaus aber sofort nachvollziehen was Karl meinte. Er erzählte, das er schon oft ganz ähnliche Situationen erlebt hatte.

Seine Erklärung war allerdings eine völlig andere. Unser Gehirn, sagte er, ist jeden Tag einer Unzahl von Einflüssen ausgesetzt. Wir Menschen haben hochauflösende Kameras, sensible Richtmikrofone, einen großartigen Geschmackssinn und andere Wahrnehmungsfunktionen eingebaut, die dauernd riesige Mengen an Daten aufnehmen. Das Gehirn müsse diese Daten dann sinnvoll einordnen und Unwichtiges herausfiltern. Nur ein winziger Bruchteil, kommt dann tatsächlich in unserem Bewusstsein an.

Karl fand diese Erklärung sehr gut. Günther hatte aber auch irgendwie recht mit dem was er davor gesagt hatte. Er beschloss seinen Bruder zu verabschieden, um weiter darüber nachzudenken.

Nach ein paar Stunden kam er zu folgendem Ergebnis:

Jeder Mensch erschafft sich seine Welt in jeder Sekunde selbst. Er entscheidet mit seiner Aufmerksamkeit, was in sein Bewußtsein gelangt und was verborgen bleibt. Seine Gedanken bestimmen darüber, ob er glücklich oder traurig ist. Das Geheimnis ist es schliesslich, die richtige Wahl zu treffen und die Beweise dafür, findet er dann von ganz allein.

In diesem Moment rief eine alte Freundin an, die gehört hatte, das Karl einen Corsa suchte. Sie wollte ihren verkaufen. Er war rot und Karl kaufte ihn schon am nächsten Tag.

Der Mensch erschafft sich seine Welt! Manchmal kommt die Welt aber auch zu ihm.

Image Credit: Loggy Yo

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